Neuseeland – Christchurch

Neuseeland – Christchurch

Neuseeland – Christchurch

Wenn man so eine Reise plant, kann schon mal der ein oder andere Fehler bei der Buchung unterlaufen. Wir haben ja ständig irgendwas gebucht: Unterkünfte, Flüge, Züge, Busse. So hat sich mit der Zeit Routine bei uns eingestellt, die dann auch zu einer gewissen Nachlässigkeit führte. Man verwechselte die Monate Februar und März dann mal eben und buchte anstelle am 14.2. am 14.3. den Weiterflug.
Also hatten wir ganze zweieinhalb Monate in Neuseeland Zeit – anstelle der ursprünglich geplanten eineinhalb Monate. Klar wir hätten umbuchen können – aber warum? So übel soll NZ ja gar nicht sein und die Zeit würden wir schon rumbekommen…

Camping in NZ  

Was uns bei der Wahl der Campingplätze aber auch bei der Planung von unserer Reiseroute unglaublich hilfreich war, war die App: Official CampingNZ & Campermate.
Hier waren alle Campingspots aufgelistet mit Bewertungen und Fotos, sowie auch diverse Sehenswürdigkeiten und Wanderwege. So sind wir auf die traumhaftesten Orte gestoßen.
Die Freedom Campinggrounds sind meist immer die schönsten Orte gewesen, oft mit spektakulärer Aussicht, waren umsonst und daher auch notdürftig ausgestattet: Long Drop Toilet (Plumsklo: gibt es in guten und schlechten Varianten) und selten mal ein Wasseranschluss.
Außerdem gibt es die DOC-Campinggrounds, von der NZ Regierung unterstützt, hier zahlt man meist 6 NZD pro Person. Meist wirft man diese in einen Briefkasten  und am nächsten Morgen kommt meist ein Ranger, der kontrolliert, dass auch alle gezahlt haben. Auch hier sind es meist wunderschöne Orte, die Ausstattung unterscheidet sich stark von Spot zu Spot, wobei der Standard DOC Campingplatz wohl aus Long Drops und Wasseranschluss bestand.
Dann gibt es noch die teuren: ca. 40 Dollar pro Spot, dafür aber mit Flush Toiletts und ja genau, was haben die anderen alle nicht: Duschen. Dafür meist in der „Stadt“ gelegen, d.h. eine schöne Ausssicht war hier eher selten.
Zum Glück zeigt die App auch Duschmöglichkeiten an, wo man manchmal sogar umsonst oder sonst für meist 2 Dollar duschen konnte. 
Davon machten wir auch oft Gebrauch, da wir ja meistens auf den DOC oder freedom campinggrounds übernachteten.

Man darf sich in NZ nicht einfach überall hinstellen wo man möchte, dass war wohl mal so, ist aber irgendwann verboten worden als immer mehr Camper unterwegs waren.
Zu Beginn unserer Reise waren wir etwas verunsichert, ob wir uns für einen Self Contained Vehicle entscheiden sollten oder nicht. Self Contained, ist der Selbstversorger, offiziell ist man das durch einen Aufkleber am Camper, der besagt, das man eine Chemical Toilet & einen Abwassertank besitzt und somit auch dort, wo es weder Toiletten noch Abwasserkanal gibt, die Umwelt nicht belastet. Mit dem Aufkleber ist man also flexibler und darf sich auf alle Campingspots stellen.
Denn es gibt verschiedene Campingspots, auf denen nur Selfcontained Vehicle stehen dürfen. Klaro sind diese Camper auch teurer, also entschieden wir uns dagegen. Abschließend kann man sagen, dass es uns auch nicht maßgeblich eingeschränkt hat mit der Auswahl der Spots. Wenn wir auf einem Spot für Selfcontained Vehicles standen, hat das zum Glück auch keinen gestört.

Ankunft in Christchurch

Da wir in Christchurch mitten in der Nacht ankamen, hatten wir noch etwas Zeit im Flughafengebäude bevor die Campervermietung aufmachte und so machten uns schon mal mit der neuen Währung vertraut. Benny besorgte uns für 50NZD eine Simkarte von Vodafone. Hierfür gab es an den Flughäfen in Neuseeland deutlich günstigere Angebote, so dass wir auch in Queenstown & Wellington zum Flughafen fuhren um uns neues Datenvolumen zu besorgen.
Ab neun Uhr konnten wir dann bei den Happy Campers- unserer Campervan Vermietung anrufen und um Abholung bitten. Der Hinweis “ just cross the road“ um zum Treffpunkt zu gelangen ist dann erst etwas unklar gewesen, aber zum Glück waren wir nicht allein und wir folgten gleich den anderen Leuten, die auch zum Pick up Service der Campervermietungen wollten.
Nachdem dann aber alle abgeholt wurden außer uns und kein Happy Camper Pick up weit und breit zu sehen war, waren wir dann wohl doch an der falschen Stelle. Wir hatten sozusagen einen Special Pick up Platz und wurden da abgeholt, wo niemand anderes sonst stand. Gut, konnte ja noch werden mit den Happy Campers.

Die Zentrale war leicht überfüllt. Na ja unser gebuchter Safe war leider nicht aufzufinden und unser Auto noch nicht fertig. Da hat wohl jemand Silvester etwas zu viel gefeiert? Aber wir waren noch Happy mit den Happy Campers.
Bei der Auswahl des Camper war eine Sache bei der Entscheidung maßgeblich: das Geld. Wir waren im neuseeländischem Sommer unterwegs, der Hauptreisezeit schlechthin, in der man die meist angenehmen Temperaturen mit den mehr als verdoppelten Preisen zahlt. You get what you pay for- galt auch hier mal wieder.
Für 75 NZD (46€) pro Tag inklusive Versicherung hatten wir uns für den etwas älteren Happy Black Sheep Camper von Toyota entschieden, der laut Motorhomerepublic.com auch mit einem Kühlschrank ausgestattet war, und nicht wie viele ähnliche Autos nur mit einer Kühlbox.
Ein Kühlschrank war es dann leider doch nicht, die Angaben auf der Internetseite waren leider falsch. Immerhin hatten wir eine Kühlbox, die man mit Hilfe der Autobatterie kühlen konnte. Reklamation bei Happycampers war leider zwecklos, sie haften nicht für die Angaben auf motorhomerepublic.com, unser Pech also. Anbieten konnten sie uns noch einen Camper mit Kühlschrank –zum normalen Preis natürlich. Ein etwas nerviger Start und nicht gleich die Schokoladenseite der Kiwis kennengelernt.

Wer in Christchurch landet und gleich NZ spektakuläre Natur erwartet, muss sich noch was gedulden, so lange nämlich bis er Christchurch verlässt.

Christchurch ist mit 340.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt NZ. Alles wirkte auf uns aber eher wie eine Kleinstadt, seit den Erdbeben 2010/11 gibt wenig Hochhäuser und alles ist sehr gemütlich und hat viel Platz.

Wir haben hier 2 Nächte im South New Brighton Motor Camp für 36 NZD pro Nacht verbracht, dieser liegt nicht direkt in Christchurch sondern ca. 20 Minuten entfernt. Hier gab es Duschen, Toiletten & Küche in Containern, da das ursprüngliche Gebäude vom Erdbeben 2011 zerstört wurde. Es gab keine Aussicht vom Campingplatz, dafür aber Bäume und Büsche für die Privacy.

sydney-01306

In 5 Minuten kam man zu Fuß zum Strand, die Dünen und der Strand hatten ein wenig Nordseefeeling – aber nur wenn die Nordsee sich von ihrer schönsten Seite zeigt. Wir machten einen langen Strandspaziergang bis nach Brighton zum Pier. Hiervon wurde geangelt, was in NZ im Meer auch ohne Angelschein möglich ist.

sydney-01282 sydney-01261 sydney-01266 sydney-01293

In   Christchurch haben wir uns dann mit Lebensmitteln eingedeckt, wir würden schließlich die nächsten 2 Monate selbst kochen, zum ersten Mal nach über einem halben Jahr. Da gab es erstmal nur einen Laden: Pak & Safe. Der günstigste Supermarkt NZ. Außerdem gibt es hier noch Woolworth und New World als große Supermarktketten, die beide ähnliche Preise haben. In allen Supermärkten lohnt es sich hier extrem auf die Angebote zu achten, man spart durch diese viel mehr als in Deutschland. Alles ist deutlich teurer als in Deutschland.

Im The Warehouse haben wir Gas für unseren Campingkocher gekauft, 6 $ für 4 Stück, also total günstig, davon braucht man aber auch ständig welche, da sie immer schnell leer sind. Zum Glück gab es, besonders auf der Nordinsel, in fast jeder großen Stadt ein Warehouse und einen Pak & Safe, so dass die Versorgung immer gewährleistet war. Außerdem haben wir unseren Hausstand noch was aufgefrischt, schöne Tassen, vernünftiges Messer und Gläser, ein Brettchen, eine riesen Kuscheldecke, eine Zeltplane, Stöcke, Herringe, Gaffa Tape. Was man halt so braucht als Camper. Kartons aus dem Supermarkt nutzen wir nun als Aufbewahrungskisten für unsere Klamotten und Lebensmittel, ein bisschen Ordnung musste ja sein.

Christchurch haben wir uns dann auch noch ein bisschen angeguckt, war für uns jetzt nicht so das Highlight, die Lage ist wie gesagt nicht besonders spektakulär, in der Ferne sieht man ein paar Berge, die ganz nett aussehen und mehr versprechen.

Der Botanische Garten war sehr schön, besonders den NZ Bereich fanden wir interessant.

sydney-01311

Christchurch ist die englischste Stadt NZ, was man durch einige architektonische Bauwerke erkennen kann.

sydney-01308 sydney-01319 sydney-01356

Die Christchurch Cathedral ist beim Erdbeben zum großen Teil zerstört worden, wie auch viele andere Gebäude.

sydney-01343 sydney-01325

Dafür gibt es jetzt die Quake City in der Innenstadt, das sind viele bunte Container, mit verschiedenen Geschäften. Hier gab es eine leckere deutsche Bratwurst.

sydney-01322 sydney-01334 sydney-01331 sydney-01337 sydney-01344 sydney-01350 sydney-01348

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: