Phu Quoc – Baustelle und Müllkippe

Phu Quoc – Baustelle und Müllkippe

Phu Quoc – Baustelle und Müllkippe

Zuvor hatten wir schon viel Negatives über die Vietnamesen gehört. Sie seien unfreundlich, geldgeil und betrügen die Touris, wo es nur geht und überhaupt alles für’n Arsch. Deshalb wollten wir Vietnam eigentlich auslassen. Zum Glück änderten wir doch unsere Meinung und entschieden uns Vietnam eine Chance zu geben. Und das war gut so. Wir haben so viele freundliche Menschen kennengelernt und uns ein wenig in Vietnam verliebt. Entgegen vieler Berichte war bei uns keiner besonders aufdringlich, ein einfaches „No“ hat immer gereicht um klar zu machen, dass man gerade nichts kaufen möchte. Überhaupt waren die Vietnamesen süß und durchweg nett zu uns.

80 % der Vietnamesen gehören keiner festen Glaubensgemeinschaft an und 10 % sind Buddhisten. Somit unterscheidet sich Vietnam zu seinen Nachbarländern Kambodscha, Laos, wo der Buddhismus stärker das Denken und Handeln der Menschen prägt. Dennoch haben wir haben aber in jeder Stadt an den Häusern viele kleine Tempel gesehen. Es schien uns so, als ob der Glaube doch verbreiteter ist, als es die offiziellen Zahlen vermuten lassen.

Und auch wenn Vietnam ein kommunistisches Land ist, hier regiert der Kapitalismus und das viel deutlicher als in seinen Nachbarländern. Vietnam ist moderner und entwickelter. Hier ist Arbeiten und Geld haben wichtiger und die Menschen sind, wie in Thailand, geschäftstüchtiger. Allerdings noch immer nichts im Vergleich zu den westlichen Ländern.

Für 26$ buchten wir das Rundum-Sorglos Paket von Kambodscha nach Vietnam und zwar direkt auf die Insel Phu Quoc, die Trauminsel für alle Vietnamesen. Mit dem Visum in der Tasche ging es morgens in einem überfüllten Minivan von Phnom Penh zur Grenze. In den Bus war auch eine Familie aus Europa mit drei Kinder unter 12 Jahren, Respekt für die Leistung der Eltern und das tolle Benehmen der Kinder!

An der Grenze hieß es Aussteigen, Rucksack mitnehmen, einen Gesundheitsbogen ausfüllen und 1$ für die Kaffeekasse (Fieber Check) zahlen. Schon waren wir in Vietnam. An der Grenze war so Einiges los. Zahlreiche Vietnamesen und Kambodschaner überquerten diese wild in beide Richtungen und transportierten verschiedene Waren in den riesigen Körben ihrer Mofas und Fahrräder. Da sahen wir auch zum ersten Mal den typischen vietnamesischen Reishut. Jetzt waren wir wirklich in Vietnam angekommen!

Weiter ging es mit dem Minivan nach Rach Gia, wo wir eine kurze Pause machten und dann das Schnellboot in 2,5 h nach Phu Quoc nahmen.

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Phu Quoc: Strand, Schlamm, Baustelle und Müllkippe

Die größte Insel Vietnams liegt nur 15 km zur Grenze von Kambodscha entfernt und ist somit nur einen Katzensprung von unserer neuen kambodschanischen Lieblingsinsel Koh Rong Samloen entfernt. Da es dort traumhaft war, hatten wir eigentlich keine Bedenken, dass es auf Phu Quoc anders wird. Auch erfreut sich die Insel einer sehr hohen Beliebtheit.

Viele Teile Phu Quocs sollten laut LP zum großen Teil noch unentwickelt sein. Da war der LP von 07/2014 mal wieder nicht aktuell genug, denn in echt war alles eine reine Baustelle. Oder vielleicht ist das mit unentwickelt gemeint…

Man hat Großes mit Phu Quoc vor. Bei unseren Inselerkundungen mit dem Roller haben wir so viele Baustellen gesehen und es werden zahlreiche Riesenresorts errichtet, die einen an Hotelanlagen in Spanien erinnern nur in überdimensional. Um die Baustellen haben die Bauarbeiter Baracken und Zelte gebaut, in denen sie unterkommen. Das hatte schon die Größe eines Dorfes!

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Bald wird der Flughafen auf Phu Quoc auch internationale Flüge abfertigen und dann kann der erwartete Touri Ansturm wirklich kommen. Viele Straßen auf Phu Quoc sind auch noch reine Baustellen und Holperpisten, auch die werden dann wohl zur Eröffnung der Resorts fertig sein. Es wird eine Autobahn einmal quer durch die Insel getrieben was der Erschließung sicherlich zuträglich sein wird.

Leider gibt es hier auch nach wie vor ein großes Müllproblem. Wir hatten zwar schon davon gehört, hofften aber, dass etwas Entwicklung statt gefunden hat. Während den 7 Tagen auf der Insel sind wir kein einziges Mal ins Wasser gegangen oder haben uns an den Strand gelegt. Auch wenn der Strandbereich bei unserem kleinen Resort sauber war, ein paar Meter weiter sah der Müll einfach nicht sehr einladend aus.

Übrigens waren die anderen Orte und auch Strände in Vietnam sauber. Phu Quoc hatte da als einziges ein Problem mit dem Müll. Möglicherweise der Strömung geschuldet aber wie auch immer, zum Baden nur bedingt geeignet.

Wir verstehen den Hype nicht wirklich. Die Insel ist zwar ganz nett und hat schöne Strände – aber es wird vielleicht eine Nummer zu Groß gebaut. Zwar sind wohl 70 % der Insel durch den Nationalpark geschützt, aber viele Strände gehören halt nicht dazu. Vielleicht sieht das ganze in 10 Jahren anders aus, alles ist aufgeräumt, sauber und schön. Im Moment ist das noch nicht so.

Die Rollervermietung klappte problemlos, der gute Mann wollte weder Internationalen Führerschein noch Pass von uns als Pfand einbehalten – ganz anders als in den meisten Berichten, die uns vor den betrügerischen Rollervermietungen in Vietnam gewarnt hatten. Fünf $ pro Tag reichten ihm und wir mieteten den Roller gleich für eine Woche. Am ersten Tag startete der Roller nicht mehr nachdem wir durch eine riesen Schlammpfütze gefahren sind und wir bekamen ihn erst nach zahlreichen Versuchen wieder gestartet. Wir schilderten ihm das Problem, er nahm den total schlammverdreckten Roller zurück und er gab uns ohne mit der Wimper zu zucken für die restlichen Tage einen anderen Roller. Nicht aber ohne zuvor noch das restliche Benzin von unserem alten Roller in den neuen zu übertragen. Guter Mann!


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Mit dem Roller war es perfekt die Strände der Insel zu erkunden. Die Fahrt war meist etwas als beschwerlich, viele Straßen sind komplette „dirt roads“. Nach einer Weile kannten wir die besten Wege und Abkürzungen und entdeckten eine Route, bei der man mit dem Roller über die Start/Landebahn des alten Flughafens düsen konnte.

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In der Hauptstadt „Duong Dong“ gibt es einen großen Markt und Obst und Gemüse in aller Vielfalt. Zum ersten Mal kamen wir hier in den Genuss vom Vietnamesischen Kaffee. Für uns zuvor unbekannt, war der schokoladige kräftige Geschmack einfach unwiderstehlich. Wir sind allerdings auch ein bisschen Kaffee ausgehungert, überall in Asien ist es nicht so einfach gewesen einen leckeren Kaffee (außer bei Starbucks) zu bekommen und so war Vietnam das erste Land was mit Kaffee trumpfen konnte. „Cafe sua da“, Kaffee mit Eis und gesüßter Kondensmilch. Ganz originalgetreu wurde es dann noch in einer Tropfvorrichtung serviert und man konnte gemütlich zusehen wir der Kaffee Tropfen für Tropfen in die Kondensmilch fließt. Man, die haben Zeit hier!

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Schnell entdeckten wir hier unseren Lieblings-Kaffeeladen, in dem wir täglich einkehrten und dem Kaffee beim Tropfen zu sahen.

Auf Phu Quoc gibt es eine berühmte Fischsoße „ nuoc mam“, die es in der besten Qualität in der dunklen, auch nur auf der Insel gibt. Wir haben uns schnell dran gewöhnt sämtliche Gerichte damit zu würzen. Sie schmeckt nicht wirklich nach Fisch, sondern eher salzig. Wenn wir später auf dem Festland nach Nuoc Mam fragten, gab es diese immer nur in der light Version.

In Duong Dong gibt es eine Stelle, wo diese produziert wird. Hier riecht es auch ordentlich nach faulem Fisch und wir sind immer extra schnell mit dem Roller vorbei gedüst um nicht brechen zu müssen. Echt extrem!

Unsere erste Unterkunft, das Lan Hiep Thanh Hotel, lag am Long Beach, dem größten Strand der Insel, mit zahlreichen kleinen Unterkünfte und mittelgroßen Hotels. Es gab einige Restaurants mit meist westlichem Essen und Preisen. Es sagte uns alles nicht so zu hier, zu dreckig, das Personal gleichgültig und die Zimmer rochen unangenehm.

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Zwei Tage später zogen wir dann in das Bo Resort an den Ong Lang Beach, 7km nördlich von Duong Duong. Hier hatten wir einen wunderschönen, ruhigen Bungalow mitten im Dschungel und Blick auf das Meer inklusive Frühstück für 25 $ die Nacht. Ein unschlagbarer Preis. Hier mieteten wir uns eine Woche ein und genossen es noch mal längere Zeit an einem Ort zu verbringen ohne aus und ein zu packen.

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Im Restaurant Sakura, 5 Minuten von uns entfernt, gab es das leckerste Essen, das wir in ganz Vietnam probiert haben. Frische Frühlingsrollen, gebratene Frühlingsrollen, Curries und viele weiteres. Auch in der Stadt konnte man gut und günstig essen gehen, was wir auch taten wenn wir nicht gerade bei Sakura gegessen haben.

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Von Phu Quoc gab es für 25 Euro Flüge nach Ho Chi Minh City. Haben wir natürlich gleich zugeschlagen und uns somit die Fähre und die lange Busfahrt gespart.

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