Phnom Penh – Laid Back 2.0

Phnom Penh – Laid Back 2.0

Phnom Penh – Laid Back 2.0

Der Flug über Kuala Lumpur – natürlich mit der zuverlässigen Malaysia Airline 😉 – verlief ohne Zwischenfälle und so landeten wir auch schon bald in der Hauptstadt Kambodschas, in Phnom Penh. Von oben gesehen würde keiner denken, dass hier fast 2 Millionen Menschen leben. Ein einziges Hochhaus konnten wir aus dem Flugzeug erblicken. Ganz schön lokal dieses Phnom Penh und so gar nicht eine Hauptstadt, das wirtschaftliches Zentrum eines Landes, wie man es sich vorstellt und wie wir es in der letzten Zeit gesehen hat. Wenn wir an Taipeh und Hongkong denken und nicht zu vergessen an Manila, dann ist diese Stadt ein Dorf, kleiner wie Hilden, übersichtlich und gemütlich.

Kambodscha-1 Kambodscha-2

Aber wir sind halt in Kambodscha, in einem der ärmsten Länder der Erde. In unserem Reiseführer stand übrigens, dass in Phnom Penh in der Achtzigern das reine Chaos herrschte und die Stadt von Straßenfeuern und Gewalt geprägt war. Zum Glück hat sich seit dem doch einiges entwickelt.

Wenn man sich unter Reisenden so umhörte (zugegeben machen wir das selten- aber manches bekommt man halt ungefragt mit…), dann fanden alle Phnom Penh schrecklich. Eine Stadt, die geprägt ist von Armut, Chaos, Dreck und durch die vielen Museen auch stark verbunden mit der traurigen Geschichte Kambodschas ist.

Natürlich ist Armut hier überall sichtbar. Ob man nun in einem der Restaurants am Tonle Sap Fluss sitzt und ein behinderter Bettler vorbeikommt oder abends entlang der Uferpromenade spaziert, wo einige Mütter ihre Kinder nackt auf eine Decke legten und betteln. Oder wenn sich ein vielleicht gerade mal 12-jähriges Mädchen mit einem älteren Westler trifft.

Aber was für uns noch viel prägender war und uns sehr stark in unserer Erinnerung geblieben ist, ist das Lächeln der Kambodschaner. Sie lächelten nicht nur uns an – uns Touris, die natürlich Geld bringen- sie lächelten sich gegenseitig an. Bei jeder kleinen Alltagssituation ist dieses Lächeln zu sehen, es ist ein Lächeln das übers ganze Gesicht geht und es beeindruckt uns. Trotz Armut und eines nicht komfortablen Lebens ist dieses Lächeln omnipresent.

Die typische Situation mit den Tuktukfahrern lief hier übrigens so ab:

Fahrer: Tuktuk? Wir: No thanks! Fahrer: Thank you!

Das sich ein Tuktuk Fahrer für unsere Antwort bedankt, ist uns zuvor noch nicht passiert. Ansonsten chillten die Tuktukfahrer ordentlich ab. Jedes Tuktuk hat dafür natürlich eine eigene Hängematte und so verbringen die meisten Fahrer ihren Tag nicht auf dem Tuktuk sondern hintendrin auf der Hängematte. Zu ihrer Verteidigung muss man sagen, dass es auch einfach viel zu viele Tuktuks gibt oder zu wenige Leute die rumgefahren werden wollen.

Kambodscha war also unser Einstieg in Indochina.

Am Airport musste man ein paar Formulare ausfüllen für das Visum, welches wir direkt bei der Einreise bekamen. Ganz wichtig ein Passfoto für das Visum. Hat man dieses nicht muss man zwei $ extra zahlen und hat kein Foto in seinem Visum. Wenn man ein Foto hat, so wie wir, hat man aber auch kein Foto in seinem Visum. So greift man etwas Geld für das Vaterland ab.

Das Taxi kostete 12 $ und wir scheuten erst die Investition. Am Airport herrschen natürlich überall immer die höchsten Preise, aber wir gaben dann doch nach – weil zu faul.

Phnom Penh ist busy – zumindest die Straßen oder die Pisten, die als solche benannt werden. Außer den richtigen Straßen gibt es einen größeren Teil der Straßen der einfach nur aus roter oder brauner Erde besteht. Egal auf welcher „Straße“ man sich befindet, es ist voll. Überall sind Motorbikes und TukTuks. Auch Autos und LKWs durchpflügen die verstopften Straßen nach Lust und Laune. Regeln gibt es wenige, Ampeln noch weniger und an der Zahl 3 auf den 15 km vom Airport zum Hotel in der Innenstadt. Es war staubig und wir freuten uns gefahren zu werden im klimatisierten Taxi und so konnten wir erst mal all die Eindrücke in der light-Version auf uns wirken lassen.

Unser Hotel war cool und die Angestellten außergewöhnlich nett. Das Zimmer für 25 € war für unsere Verhältnisse riesig und wir hatten eine Klima. Dazu noch super Frühstück nach Wahl, einen Pool im EG und einen zweiten auf dem Dach von dem man über die Stadt blicken kann. Nach Hongkong, Taiwan, Japan erwartete uns hier ein echt gutes Preis-Leistungsverhältnis.

Kambodscha-3

Wir trieben uns in der Gegend gleich am Tonle Sap Fluss rum und aßen an einem Straßenstand beäugt von 10 Paar inländischen interessierten Augen. Wir stellen uns ja immer vor das es ganz normal ist wenn wir an der Straße essen und jeder schon 1000 Mal Ausländer dabei gesehen hat. Dem ist aber nicht so. Das Essen, Pfannkuchen nach Kambodscha Style, mundete vorzüglich und Benny bestellte sich gleich noch eine Runde. Dazu gab es diverse leckere Kräuter, eine Soße aus Kokusnusswasser und ein gutes neues Angkor Bier.

Kambodscha-40

Kambodscha-41 Kambodscha-42

Den nächsten Tag ließen wir im Pool und beim Essen verstreichen. Nicht grundlos sondern mit Kalkül, da einen Tag später Susi, eine Freundin von Annika, uns besuchen kommen sollte und wir nicht die ganze Show zweimal machen wollten. Außerdem ist ein Tag gefüllt mit Essen und Schlafen kein verloreneren Tag, sondern ein entspannter.

In der Nacht um 2 Uhr fand das Deutschland- Brasilien Halbfinal-Spiel der WM statt, das wir uns auf keinen Fall entgehen lassen konnten. Wecker also mitten in der Nacht gestellt und gemütlich aus dem Bett das Spiel angeschaut. Das Aufwachen hatte sich bekanntlich gelohnt: 7:0 war wirklich einmalig und vollkommen angemessen!

Kambodscha-4

Mit dem TukTuk Driver machen wir am nächsten Tag den deutlich günstigeren Preis von 15$ für Hin- und Rückweg zum Airport aus und zogen los um Susi vom Airport ab zu holen. Irgendwie hatten wir uns von der Zeit etwas getäuscht, der Verkehr war crazy und wir kamen exakt zu dem Zeitpunkt an, als Susi aus der Abfertigung schritt. Gepasst hat es aber auch nur weil das Gepäck von Susi in Bangkok hängen geblieben ist.
Mehr Glück als Verstand!

Kambodscha-8

Kambodscha-5 Kambodscha-6 Kambodscha-7 Kambodscha-9

Unser gemeinsames Hotel, das Frangipani Fine Arts Hotel, war noch schöner als das zuvor und so genossen wir die Zeit vor Ort.

Kambodscha-14 Kambodscha-15

Zum Abkühlen ging es dann in den Pool vom Partnerhotel mit Blick auf den Königspalast. In der Zeit zwischen Schwimmen, Essen und Trinken planten wir unseren gemeinsamen Reiseverlauf und konnten vom Pool aus die Vorbereitungen der Beerdigung des Königs verfolgen (starb vor einem Jahr). Eigens dazu waren bestimmt 1000 Mönche an der Zahl angereist und erwiesen ihm die letzte Ehre. Am Abend gab es dann wieder ein Feuerwerk für den König.

Kambodscha-39 Kambodscha-38 Kambodscha-43 Kambodscha-37 Kambodscha-44 Kambodscha-45 Kambodscha-46 Kambodscha-47

 

Abends trieben wir uns auf den Nachtmärkten und der Uferstraße rum und aßen uns quer durch die Lokale. In einem Laden begegneten wir einem jungen Mann, der dort angestellt war und sehr kommunikativ war. Er lebte erst ein Jahr hier in Phnom Penh zugezogen aus der Mitte des Landes, in der Nähe von Angkor Wat. Aus einem Dorf, in dem keiner die Hauptstadt je gesehen hat und keiner Englisch kann, geschweige denn ein Telefon kennt. Obwohl das Dorf so nah am Angkor Wat liegt, ist er noch nie dort gewesen. Er studiert nun Englisch um nach seinem Abschluss zurück zu gehen in sein Dorf, wo er geboren wurde um den Kindern dieses beizubringen für ein besseres Leben. Für so ein jungen Mann doch eine bemerkenswerte Entscheidung. Wir zahlten 15$ für unser Essen mit Bier und Kokosnusssaft. Soviel wie unser junger Freund in der Woche zum Leben braucht inklusive Essen, Miete und alles anderem.

Kambodscha-48

Kambodscha-49

Kambodscha-50

Kambodscha-51

Kambodscha-52

Kambodscha-53

Auf dem Rückweg zum Hotel checkten wir noch kurz die Bustickets für die Reise nach Sihanoukville ab und genossen noch einmal das tägliche Feuerwerk zu Ehren seiner Majestät.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: