Annapurna

Annapurna

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Tag 1

Unser lieber Herr Lakman war viertel vor 7 Uhr an unserem Hotel und bestätigt wieder mal wie pünktlich die Nepalesen sind. Wir schlurfen gerade erst zum Frühstück aber Herr Lakman ist nachsichtig mit uns

Das Frühstück wird im fensterlosen Kellerraum eingenommen. Das Omelett wird frisch und nach Wunsch zubereitet und neben den Koch stehen 5 komplette Kartons mit Ei. Das Toastbrot ist gefühlte 5 cm dick und garantiert mit der Hand geschnitten. Die Marmelade schmeckt, wie überall in Nepal, nach Parfüm. Frühstück ist nicht die Stärke der Nepalesen.

Schnell noch mal das Zimmer gecheckt und dann ab ins Auto. An der Agentur vorbei gefahren und unsere überschüssigen Sachen abgelassen. Dann weiter zum lokalen Busbahnhof. Dieser entpuppt sich allerdings als Straße mit Schotterfeld, an der ein paar kleine Transporter mit Menschen befüllt werden. Dazu noch die üblichen Verdächtigen: Obdachlose, Kranke und Mütter mit ihren Babys, die an das Geld der Reisenden kommen wollen.

Uns wird ein Microbus zugewiesen, der eigentlich relativ komfortabel aussieht. Was wir noch nicht wissen ist, dass wir in diesem mit 18 weiteren Leuten reisen werden. Nach 20 Minuten hatten wir dann alle zusammen und stopften uns in das Auto rein. Rucksäcke, Möbelstücke und Fahrräder auf das Dach, Menschen in die Kabine.

Die Fahrt verlief ohne Zwischenfälle. Der Fahrstill war durchaus gefällig und nicht schlechter als erwartet -für jemanden der auf der falschen Seite fährt.

Nach 6 Stunden sind wir schon in Besisahar angekommen und hielten kurz inne. Unsere Träger -wir sind natürlich zu verweichlicht unser Gepäck selber zu tragen- stellten sich kurz unterwürfig vor und nahmen mit Freude unsere Taschen. Immerhin haben wir es geschafft mit drei Personen nur zwei Rucksäcke zu packen und hoffen es so den Trägern nicht ganz so schwer zu machen.

Der erste Trek bis nach Bahundanda war nur 2 Stunden und verlief noch größtenteils an einer Staubpiste vorbei. Kein Geschenk wenn man alle drei Minuten Staub von den Lastern und Jeeps fressen muss, die vorbei fahren. In den letzten Jahren hat sich viel getan im Annapurna Gebiet und die Umrundung kann man größtenteils auch schon mit dem Jeep bewältigen. Ist natürlich für die Bewohner, der zuvor abgeschiedenen Gebiete eine Erleichterung. Für die Trekker natürlich nicht, aber zum Glück gibt es Alternativstrecken. Unsere erste Lodge ist Scheiße einfach, dafür schmeckt das Essen aber. Man kann halt nicht alles im Leben gleichzeitig haben und für eine Nacht geht sowas schon klar. Wir vertrauen Laumanns Wahl. Unsere deutschen Tischnachbarn knallten sich noch schnell ein paar Biere hinter die Binde und dann war um 8 auch schon Zeit für die Heier. Kein Waschbecken, Dusche und Klo in Einem und das sogar gleich in doppelter Ausführung. Und mit Licht- dafür ohne warmes Wasser. Die Frauen duschten natürlich trotzdem und erschienen wie zwei begossene Pudel im Zimmer aber mit guter, sauberer Laune. Benjamin stinkt lieber vor sich hin und ist auch glücklich.

Tag 2

Wachgeworden durch den lieblichen Klang von hupenden LKWs, die das Material zur Baustelle der Chinesen bringen. 5 Uhr am Morgen. Die Chinesen bauen das Wasserkraftwerk fertig, welches seit mehr als 10 Jahren unter Beteiligung der Weltbank und vielen anderen Spenden gebaut werden sollte. Leider haben die Nepalesen es nicht auf die Kette bekommen und das meiste Geld verschwand in dunklen Kanälen. Nun also bauen die Chinesen und es sieht schwer danach aus, als ob diese es auch fertig stellen würden. Leider müssen die Nepalesen dann den Strom von den Chinesen kaufen und werden somit unter Druck stehen, weil kein Geld da ist. So bringt man sich langsam in ein anderes Land ein. Kein Vorwurf an die Chinesen, jede Industrienation versucht sich so Territorium und Macht zu erkaufen. Nur trotzdem ungünstig für Nepal.

Das Trekker-Frühstück (Apple pancake, Apple porridge, Masala omelette- wir sind gestärkt ;)) eingenommen – und schon ging es los.

Etwas genervt von dem weiteren Gehen auf der Straße, aber insgesamt gut gestimmt.

Nach ein paar Stunden konnten wir der Piste entrinnen und stiegen über schmale Wege höher und höher. Die Einheimischen schauten uns immer an, als ob wir Außerirdische wären mit unseren Wanderstöcken und der ganzen Ausrüstung, welche wir mit uns führten. Wo wir uns mit Wanderstöcken und Bergschuhen den Berg hoch schoben, liefen die Dorfbewohner mit Flip-Flops an uns vorbei- hoch und runter ganz nach belieben. Insgesamt begegneten uns diese aber sehr freundlich und man wurde meistens nett mit einem NAMASTE begrüßt. Besonders von den kleinen, meist folgte dann aber immer noch die Frage nach „Chocolate?“ oder „Sweets?“ Da wir nur Dinkel Kräcker hatten, waren wir aber fein aus der Nummer raus.

Nach und nach gab es immer mehr Natur zu bewundern und man traf immer weniger Menschen. Wir zogen durch kleine Dörfer mit drei Hütten, 6 Menschen und 2 Ziegen und legten den Fokus auf den Weg vor uns. Schnell ist man von der normalen Welt gelöst und sieht eigentlich nur noch die Natur und sich selber. Mit welchen einfachen Mitteln die Leute hier ihr Leben bestreiten ist für uns unglaublich. Alles nur aus der eigenen Zucht oder getauscht mit anderen. Natürlich werden auch manche Sachen gekauft, aber diese sind in der Minderheit. Was im Sommer noch toll aussieht nach einem Leben mit Verzicht und Besinnung auf die Einfachheit, stellt sich bei genauer Betrachtung als brutal und nicht erstrebenswert dar. Kein Arzt, kein Supermarkt, keine Straßen, kein Internet und kein Ikea. Der Strom fällt alle 2 Meter aus und im Winter wird es eiskalt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit würden wir es nicht ein Jahr ohne die gewohnte Versorgung aushalten und jämmerlich vor die Hunde gehen. Man muss den Leuten hier, und wir sind noch ganz unten in den Bergen, wirklich Respekt zollen für die Leistung, die diese täglich erbringen.

Nach ein paar weiteren Stunden mit wunderschöner Aussicht auf die Terrassenfelder, erreichen wir auch schon unser heutiges Ziel, die Lodge SuperbView im kleinen Dörfchen Bahundanda. Wirklich einen superb Ausblick, gutes Essen und es gibt Internet per WiFi. Allerdings nur bis um 19 Uhr, dann gibt es ein Gewitter und ruck-zuck ist der Strom weg und damit auch das Internet. Benjamin wollte zur Feier des Tages duschen…nun also im Dunkeln. Da muss man schon mal aufpassen um nicht mit einem Fuß im Hock-Klo zu landen und auf Tuchfühlung mit den Ausscheidungen zu gehen. Auch sein Zimmer zu organisieren bzw. den Rucksack auszupacken ist kein Geschenk ohne Licht. Zum Glück haben wir Stirnlampen und kommen damit gut klar. Um 20 Uhr geht es schon wieder in die Koje und recht schnell fallen dann die Vorhänge. Und das obwohl unser Zimmer ein Bretterverschlag ist und die Wände zu den furzenden Franzosen nur Millimeter dünn sind.

Tag 3

Frühstück um 7 und los um 8 Uhr. Auch heute wieder das gleiche Spiel wie die letzten Tage. Dieser Rhythmus wird uns nun 3 Wochen begleiten, fällt uns aber nicht schwer, da wir früh schlafen gehen, keinen Alkohol trinken und es morgens schon immer um fünf Uhr hell ist.

Heute haben wir unser erste richtige Etappe vor uns: zunächst 4 Stunden und nach dem Lunch noch einmal 2 Stunden. Wir laufen die ganze Zeit über kleine Trails, die uns über Stock und Stein führen. Ab und an passieren wir ein Bergdorf mit ein paar Leuten, aber die meiste Zeit kommt uns keiner entgegen. Nur die Franzosen, die uns mit ihrem „Bonjour“ grüßen. Ein „GUTEN TAG“ zu erwidern sparen wir uns dann im Rahmen der Deutsch-Französischen-Freundschaft .

Mittags checken wir zum Essen in Jagat ein, schauen den vielen Kindern beim Spielen zu und relaxen etwas in der Sonne.

Die nächsten 2 Stunden verbringen wir mit steilen Aufstiegen, die uns durch kleine Bäche und an steile Berghänge führen. Obwohl wir noch ganz am Anfang stehen, muss man sich schon etwas konzentrieren um einen sicheren Stand zu haben. Unsere Träger laufen in Flip Flops vor uns her mit 20 kg Gepäck und tun so, als ob nichts wäre. Gute Turnschuhe besitzen sie, das haben wir am ersten Tag gesehen.

In Chamje werden wir zu Abend essen und auch schlafen. Der Ort ist miniklein und besteht eigentlich nur aus Lodges und kleinen Läden. Unsere Lodge ist gleich die Erste, noch vor dem eigentlichen Dorf, ohne eine Straße, die hindurch führt. Vorteile liegen klar auf der Hand, keine Autos und somit auch kein nerviges Hupen. Ein sehr sympathischer Vorteil und so beschließen wir zusammen mit Lakman hier zu bleiben. Nach kurzer warmer Dusche, laufen wir rüber zum Dorf vorbei an einer Stelle, an der kürzlich von oben nicht unerheblich viel Erde auf den eigentlichen Weg gerutscht ist und locker ein bis zwei Häuser unter sich begraben hatte. Fachmänner reden auch von einer Schlamm-Lawine. Bestimmt ungünstig wenn man gerade vor Ort ist oder sein Haus an so einem Hang gebaut hat. Aber dazu sollen sich andere Gedanken machen. Das Dorf ist ganz ok, kann aber bis auf ein paar schmutzigen Kindern nicht besonders glänzen und so geht es nach 5 min auch schon wieder zurück in die Lodge.

Perfektes Timing! Wie schon gestern Abend, so öffnen sich die Schleusen auch heute begleitet mit Blitz und Donner. Jeder der schon mal bei Gewitter in den Bergen war, weiß wie sich so was anfühlt. Nicht so ein bisschen Gewitter mit etwas Regen und so, sondern volle Breitseite. Man kann den Donner in seinem Körper spüren, wie den Bass von lauten guten Lautsprechern. Die Blitze erhellen den Himmel und der Regen saut alles ein. Im Himalaja kommt so was natürlich noch eine Nummer derber daher, da es ja nur Holzhütten gibt und keinen Ausweg für den Fall der Fälle.

Wir fühlen uns aber rundum wohl, genießen die Abgeschiedenheit und die geistige Ruhe, die sich von Tag zu Tag mehr verbreitet.

Das Essen war diesmal nicht ganz so gut, aber weit weg von schlecht und so teilen wir uns noch eine weitere Stunde die Stube mit den Trägern, den Führern und den anderen Reisenden.

Gegen 8 Uhr geht es dann aber schon wieder Richtung Zimmer und es wird sich für die Nacht vorbereitet. Der Regen und das Gewitter haben aufgehört. Nun hört man nur noch das Wasser des Wasserfalls, der sich vor unserer Hütte in die Tiefe wirft.

Annika liest ein Buch auf dem Kindle und Benjamin hört Musik und begutachtet die Decke. Lange ist es her, dass man nur Musik gehört hat und sonst nichts Weiteres unternommen hat. Die Gedanken sind leer und nichts ist im Kopf was von der Musik ablenken kann. Die täglichen Probleme sind nicht greifbar und verschwinden mit jedem Tag mehr aus dem Kopf.

Wie es wohl nach drei Wochen fast ohne Menschen und Hektik sein wird?

Tag 4

Der Tag fängt an wie er aufgehört hat -grau und nebelig. Kein Geschenk, aber so kommt wenigstens etwas Spannung auf und trocken ist es dazu auch noch.

Unser Plan um 7.15 zum Frühstück zu gehen um dann sofort mit dem Essen zu beginnen schlug leider fehl. Die Vorgeschichte ist folgende: Jeden Morgen wenn wir um 7 Uhr am Tisch gesessen haben, zum vereinbarten Zeitpunkt natürlich, haben wir 20 Minuten gewartet bis das Essen serviert wurde. Diese Zeit hätte man auch mit packen oder schlafen verbringen können, dachten wir uns und gingen heute um 7.15 Uhr zu Tisch was aber wieder eine Wartezeit von 10 min mit sich gebracht hat. Da haben die Nepalesen uns ausgetrickst.

Eben noch von grau aber trocken gesprochen, jetzt nach dem Frühstück gleich mit Regen gestartet. Also grau und mit Regen starten wir in den neuen Tag voller Zuversicht denn es kann ja nur noch besser werden.

Schnell stellt sich raus, dass eine Softshell-Jacke nicht viel Regen aushält sobald es mehr als nur nieselt. Das hatten wir uns irgendwie anderes vorgestellt. Aber aus Fehlern lernet man ja – oder auch durch Schmerzen. Die Landschaft ist auch mit Wolken und Regen schön und man begegnet nur ab und an ein paar anderen Leuten und Einheimischen. Nach 30 Minuten ist man dann auch nass bis auf die Haut und würde am liebsten gleich bei der nächsten Gelegenheit in ein Teehaus einkehren. Aber wir haben noch ein paar Stunden vor uns.

Unser Weg führt uns über mehrere Hängebrücken, die erstaunlich stabil aussehen, aus Draht und Metall waren und nicht älter als 10 Jahre sind.

Wie es der Zufall will, kommen wir zum Mittagessen pünktlich in der Ortschaft Tal an und- oh Wunder – die Wolken verschwinden und die Sonne kommt raus. All unsere Sachen trocknen in Rekordzeit und wir sind glücklich. Wir speisen unser frisches Mahl und erfreuen uns an Tee und Cola. Nach einer Stunde in der Sonne geht es weiter und sofort regnet es wieder.

Der große Teil der zweiten Strecke wird auf einer Art Piste zurückgelegt, die locker jeden noch so derben Geländewagen aus Europa in kürzester Zeit zerlegen würde. Wie die Einheimischen hier durchgeschüttelt werden in ihren Geländewagen ist immer ein Foto wert. Man denkt immer, dass der Wagen gleich so tief in das Schlagloch eintaucht, dass er umkippt und den Hang runter kullert. Aber nichts passiert, alles geht gut und wir ziehen im Regen weiter.

Die letzten 30 Minuten werden wir ohne Wasser von oben zurücklegen dürfen, um uns sogleich mit dem nächsten Problem zu beschäftigen. In Dharapani hat unser Guide wieder eine Unterkunft auserkören, die klein, windig, laut und dreckig ist. Schlechte Idee uns so was schon wieder anzudrehen. Wir haben hier schönere gesehen und auch die Lodge von gestern war tausendmal besser. Also gleich wieder raus und ne neue Unterkunft verlangt. Der Guide wirkte doch recht angepisst, führt uns aber dann 200 m weiter in ein super Zimmer mit eigenen Bad und warmen Wasser. Volltreffer!

Warum nicht gleich so?

Wir vermuten dass der Guide von der Agentur Betrag X erhalten hat um unsere Unterkünfte zu zahlen und unser Essen und nun sich selber einen Teil der Kohle einstecken möchte, die er bei den Unterkünften spart.

Das ist natürlich mies auch wenn wir es nur vermuten und zerstört Vertrauen. Wir werden das mal die Tage weiter beobachten und dann naja das Beste draus machen. Ohne Guide würden wir klar kommen, aber ohne Träger wäre Essig.

Dafür duschen wir erst mal 10 Minuten, chillen in den kalten Wohnraum. Wir trinken Tee und bestellen Essen.

Wir nehmen Dal Bhat zu uns. DAS Essen der Nepalesen, viele nehmen es wohl ihr ganzes Leben und das mehrmals am Tag zu sich. Reis mit einer dünnen Linsensoße und Gemüse wenn da. Das komischerweise mit ganzen 400 NPR teuerste Gericht auf der Karte. Die Köchen und gleichzeitig Haus Herrin serviert uns unser Mahl, welches begeistern kann. Dazu spricht sie noch 1A Englisch, weil sie auf dem College war- wie sie sagt. Muss krass sein, erst ein paar Jahre in Kathmandu auf dem College zu sein und dann wieder in den Bergen zu leben. Möglicherweise kann man sich das aber auch gar nicht vorstellen, da man ja aus einer ganz anderen Welt kommt. Auf jeden Fall ist die Dame sehr freundlich und liebenswürdig und die Unterkunft heißt Khotro to Dharapani. Wer mal in der nähe ist sollte mal reinschauen und sich davon überzeugen lassen.

Tag 5

Das Wetter meint es heute gut mit uns und so starten wir im Sonnenschein die nächste Etappe nach Pisang.

Nach einer Stunde auf der Piste tauchen wir wieder ein in die Natur und laufen einem Pfad entlang, flankiert von Bergen und Schluchten. Die Strecke ist angenehm zu gehen und steigt nur langsam an. Nach einer Weile stellt sich uns ein Berghang in den Weg, der überwunden werden will. In engen Zickzack Kurven geht es eine halbe Stunde den Berg hoch. Ab und an wird man von Eseln mit faulen Russen überholt, was aber kein Problem ist da die Tiere sich sehr geschickt und ruhig ihren Weg suchen. Etwas nerviger sind da schon die Jungs mit den Fahrrädern, die sobald es mal drei Meter bergab geht wie die Wilden an uns vorbei brettern, nur um dann 10 Minuten später mit kaputtem Reifen oder sonstigen Problemen liegen zu bleiben. Sieht nicht nach Spaß aus dauernd sein defektes Bike zu reparieren oder den Berg hochzuschieben. Aber jedem das seine und uns das Beste.

Mittagspause verlief ohne Probleme und die Russen mit ihren Eseln waren auch schon da. Die Speisekarte ist immer sehr ähnlich, wobei die Zubereitung durchaus überraschen kann und je nach Höhenlage variiert.

Nach dem Lunch gingen wir noch ein paar Stunden und passierten den einen oder anderen heiligen Berg, welcher unserem Guide aber nicht bekannt war.
Überhaupt wusste unser Guide nicht wirklich viel. Ständig muss man ihm alles aus der Nase ziehen und dann antwortet er auch nur mäßig. Hinzu kommt noch sein nicht ganz so flüssiges Englisch. Das haben wir uns anders vorgestellt. Wir haben uns für einen Guide entschieden, weil wir Land und Leute besser kennenlernen wollten, Infos zu Menschen, Kultur, Religion, Pflanzen bekommen wollten. Die Annapurna- Round ist von der Orientierung nicht schwierig und nur jemand der uns den Weg zeigt und uns die Speisekarten in den Lodges anreicht haben wir nicht gebucht. Wie schon erwähnt wollten wir dieses so nicht weiter tolerieren und werden dann wohl nach einem weiteren Tag den Veranstalter kontaktieren und unser Leid klagen.

Um 14 Uhr sind wir in Pisang angekommen und hatten dieses Mal echt Glück mit der Unterkunft. Genau so wie man es sich vorgestellt hat und zwar ohne drei Mal verschiedene Unterkünfte zu checken. Unser Zimmer ist auszeichnet groß und es ist auch nicht viel los, so dass wir uns fast die Zimmer frei aussuchen können.

Nach einer Stunde haben wir uns eingerichtet, die Klamotten gewechselt und sind bereit für die nächste kleine Tour nach Upper Pisang. Pisang ist aufgeteilt in Lower Pisang und Upper Pisang. Wir schlafen in Lower Pisang auf 3200 m und begeben uns nun -an Ziegen und Kühen vorbei- auf 3500 m nach Upper Pisang zu einem Tempel, der über dem Tal wacht. Das Wetter schlägt um und in kürzester Zeit kommen Nebel und dicke Wolken auf, die sogleich das Tal in Dunkelheit tauchen.

Das Abendessen wird schnell eingenommen und anschließend geht es sofort in die Falle, weil morgen eine härtere Tour ansteht, die wir ausgeschlafen starten wollen.

Tag 6

Der Morgen begrüßt uns mit Sonne, klarer Luft und mit einer unglaublichen Aussicht auf die Berge des Annapurna Massivs. Heute haben wir zwei Etappen vor uns, die eigentlich in zwei Tage aufgeteilt werden- wir aber in einem Rutsch nehmen. Der erste Teil ist gezeichnet durch einen steilen, langen Aufstieg. Der zweite Teil ist eine einfachere Strecke, die aber durch den starken Wind nachmittags nicht so angenehm ist.

Um 8 Uhr starten wir pünktlich, da wir den Aufstieg vor dem Mittag abgeschlossen haben wollen, um nicht von der Sonne gebraten zu werden. Vor uns in der Ferne hören wir wieder die Israelis mit ihrer Techno-Musik, die weite Teile der Natur beschallen. Der Aufstieg ist steil und nur ganz langsam zu nehmen ohne außer Puste zu kommen. Wir steigen langsam auf 3600 m auf und verlangsamen unser Tempo immer mehr. Bei der Hälfte der Strecke überhohlen wir die Israelis, die schnaufend und prustend am Wegesrand sitzen. Wer im Takt der Musik den Berg hoch stürmt, bekommt schnell die Quittung für seinen Tatendrang. Oben angekommen finden wir einen tollen Aussichtspunkt mit Stupa, wo wir etwas verweilen für Fotos und uns belohnen mit einem Riegel Schokolade. Danach geht es entspannter weiter. Leichte An- und Abstiege, die sich durch die Berge schlängeln. Die Ansicht vom Annapurna Massiv ändert sich nach einiger Zeit und wir sehen die Berge nun aus einem anderen Blickwinkel. Absolut gewaltig, wie die Berge sich vor einem aufbauen und je näher man kommt, umso kleiner wird man selber.

Das Mittagessen dauert gefühlte zwei Stunden von Bestellung bis Auslieferung, schmeckt dafür aber frisch und gut. Danach legen wir uns noch kurz in die Sonne, um uns für die nächsten 4 Stunden vorzubereiten. Unser Guide lässt sich die ganze Zeit nicht blicken und provoziert schon fast eine Vermisstenmeldung bei der lokalen Polizei.

Schließlich taucht Herr Lakman dann doch noch auf und wir könne starten zum zweiten Teil, auf nach Manang noch mal ein paar Kilomete abspulen. Wir stapfen relativ stumf durch die Gegend, da der Aufstieg und die Höhenmeter doch einiges an Kräfte gekostet hat. Wir kommen wieder in deine Zone mit mehr Bewuchs und Tieren auf den Weiden. Eine wunderschöne Landschaft aus Kieferwäldern, Wachholdersträuchen und Gebetsmühlen. Ab und an werden wir von Muli-Kolonnen überholt. Links 35 kg, rechts 35 kg, sagt unser Guide nur. Die letzten Meter legen wir auf der Straße zurück, die aber nur eine Staubpiste ist und den Namen Straße nicht verdient.

Angekommen in Manang geht das gleiche Spiel wieder los mit unserem Guide, der eine totale Schrott Unterkunft reserviert hat. Wir müssen wieder die gleiche Leier abspielen und uns selber eine andere Unterkunft suchen, die uns gefällt. Die neue Unterkunft hat sogar ein eigenes Bad und eine Bäckerei angeschlossen und ist auch sonst super. Wir sind sehr zufrieden mit unserer Wahl.

Abends wird im sehr gemütlichen Aufenthaltsraum am Ofen gegessen mit einer großen Auswahl an verschiedenen Speisen. Das Personal ist durchweg nett und sehr aufgeschlossen. Wir gehen sehr zufrieden mit uns und dem ganzen Tag ins Zimmer und beenden so Tag 6.

Tag 7

Heute ist Akklimatisierungstag. Wir gewöhnen uns heute an die dünne Luft und bleiben noch eine Nacht in Manang. Zum Frühstück gibt es das erste Yak-Cheese- Sandwich mit Pommes und dazu -wie immer- eine riesige Kanne mit 3 Liter Tee. Viel Trinken ist angesagt. Das fällt aber bei den leckeren Teekreationen wie „Lemon-Ginger-Honey-Tea“ auch sehr leicht.

Durch den erneuten Ärger gestern, haben wir anschließend eine Mail zur Agentur geschrieben und den Zustand mit unserem Guide beschrieben. Wir sind gespannt was passiert.

Am Akklimatisierungstag wird empfohlen, einen Höhenanstieg zu bewältigen und einen Ausflug in die umliegenden Berge zu machen. Wir steigen auf in Richtung des Gangapurna-Gletschers. Auch da die lustigen Amis, die eigentlich nur lachen und echt Spaß mit ihren Führern haben. Da würden wir uns gerne anschließen um unser Drama zu beenden. Leider nicht möglich und so ertragen wir das unausweichliche Weiter bis wir eine Lösung gefunden haben.

Der Abstieg verläuft einseitig ohne Führer. Dieser rennt mehr oder weniger weit voraus und wir verlieren ihn aus dem Blickfeld. Ist aber auch egal wir wollten uns eh noch den Gangapurna-See aus der Nähe ansehen und genießen die Ruhe ganz privat.

Der See wird aus dem Gletscher des Gangapurnas gespeist und leuchtet in grün-blau, die kleinen Wellen auf dem See glitzern vor sich hin. Wir verweilen etwas am See, erkunden das Umfeld und lassen uns die Sonne auf den Kopf scheinen. Eine herzliche Zeit!

Zurück in der Unterkunft erwartet uns schon unser Guide mit einer weinerlichen Miene. Da ist die Email wohl in der Agentur angekommen und hat für Durcheinander gesorgt. Lakman teilt uns mit, dass wir zu reden haben über die vergangenen Erlebnisse und die Mail an seinen Chef. Gerne, aber erst möchten wir Mittagessen. Am Tisch ist Lakman dann schon wieder da und sagt, dass wir mit seinem Chef telefonieren sollen. Um unsere gute Absicht zu zeigen, folgen wir seiner Forderung. Das Telefonat läuft dann relativ schnell ab und bringt den Tausch des Guides nach sich. Unser Guide soll noch solange bei uns bleiben, bis der Neue da ist und dann nach Hause gehen. Aber Lakman hat wohl keine Lust mehr und verlässt und heute noch- und nimmt die Porter sogleich mit.

Tja nun haben wir zwar keinen Guide mehr, der nervig ist, aber auch niemanden der unser Gepäck trägt. So war das aber nicht abgesprochen mit Bisnuh, dem Chef der Agentur.

Naja erst mal fertig essen und cool bleiben. Wird ja immer eine Lösung geben um aus der Nummer raus zu kommen.

Der Plan ist erst mal Wäsche zu waschen und dann noch mal bei der Agentur anzurufen und den aktuellen Stand der Dinge durch zu geben.

Es wird jetzt wohl drauf hinauslaufen, dass wir uns lokal ein paar Träger suchen werden die unser Gepäck bis zum nächsten Stop tragen werden, wo dann der nächste Guide zu uns stoßen wird. Wir sind gespannt und warten das gleich folgende Telefonat ab…

So, der Boss von Lakman schickt uns also einen neuen Guide und zwei neue Träger per Jeep aus Kathmanandu. Allerdings erst morgen Abend und so kommen unsere Zeitpläne etwas ins schleudern. Also bleiben wir noch einen Tag in Manang und sind dann bestimmt die best-akklimatisiertesten Trekker von allen. Uns wird aber nicht langweilig sein, wir wollen Morgen ohne Guide zum Icelake auf 4600 m Höhe, um uns noch mal auf die 5400 m vorzubereiten. Besser als so kann man nicht auf die Pass Überquerung vorbereitet sein und so hoch waren wir noch nie in unserem Leben aus eigener Kraft. Die Wanderung wird ca. 8 Stunden an Gehzeit dauern und insgesamt werden wir 10 Stunden unterwegs sein.

Nun ist erst mal Zeit für Internet und Einkaufen in der Stadt.

Tag 8

Wir starten um 7.30 Uhr um zeitig den Berg zu erklimmen, auf dem der Icelake auf 4600m liegt. Ungefähr 1300m Höhenmeter liegen noch zwischen uns und dem See. Gleich zu Beginn deutet sich schon an, dass dieses kein leichter Kampf werden wird, da es gleich steil los geht. Unsere Hoffnungen nach der nächsten Ecke etwas weniger steil in die Höhe steigen zu müssen, werden schnell zerschlagen. Es geht immer nur steil hoch und noch steiler. Die Schritte schrumpfen schnell zur Baby-Größe und man schiebt sich nur noch langsam den Berg hoch, gestützt auf seinen Sticks. Nach einer Weile überholt uns einer, der tatsächlich den Berg hochläuft! Ja laufen und nicht so „Ich jogge mal ne Runde um den Blog“, sondern „Ich gib mal Vollgas“. Brutaler Typ! Wir schnaufen wie eine Lokomotive den Berg hoch, immer schön Schritt auf Schritt, ohne Unterbrechung. Nach zwei Stunden, die Aussicht ist wunderschön, stellt man sich die Frage was man hier begonnen hat. Es geht weiterhin nur nach oben und die Luft wird immer dünner. Auf 5000m sind nur noch 1/3 Sauerstoff in der Luft und wir werden kurz drunter sein. Aber auch auf 4000m merkt man den fehlenden Sauerstoff. Die Lunge ringt nach Luft und die Schritte werden immer kleiner. Das Reden wird nun komplett eingestellt und es wird sich nur noch auf den Weg vor einem konzentriert. Der Kopf geht seltener hoch und die Blicke liegen auf den Füßen. Unsere kleinen Pausen bringen nicht wirklich viel und wir wünschen uns nur noch das Ziel zu sehen.

Wer den Icelake sehen will sollte folgendes beachten:

Viel Wasser mitnehmen, Essen mitnehmen, Karte oder GPS nicht vergessen, früh los gehen und sich über seine Kondition im Klaren sein.

Nach 4 Stunden sind wir dann endlich angekommen an dem kleinem See, der aber nicht DER See ist, sondern nur ein „Vor-See“ ist. Leider wissen das wohl nicht alle und so bleiben viele an diesem nicht so tollen See hängen. Wir laufen aber weiter an den nächsten See, den eigentlichen Icelake. Dieser ist viel größer und ebenfalls zugefroren. Außer uns geht aber keiner auf die Nord-Seite und somit dürfen wir ganz alleine den Blick über den See auf das Annapurna Massiv genießen.

Der Abstieg ist schnell beschrieben, nervt einfach nur, gehört aber dazu und wird so schnell wie möglich abgehandelt. Der immer stärker werdende Wind trägt nur dazu bei.

Die 4600m haben uns nichts ausgemacht, wir fühlen uns alle gut, niemand hat Kopfschmerzen oder Schwindelgefühle. Nun sind wir perfekt auf unsere Pass-Überquerung mit 5416m vorbereitet.

Zurück in der Unterkunft klappt man zusammen, will nur noch duschen, Essen und schlafen. Leider ist die Dusche, wie so oft, nicht sehr warum und es zieht durch alle Ritzen. Aber man beißt sich durch und nach einiger Zeit ist man frisch und friert. Also schnell warme Sachen an und hoch in die Gaststube.

Der Ofen brennt, die Franzosen sind auch da und trocknen ihre Socken an diesem. Wir bestellen zügig und freuen uns auf unser Mahl.

Ach ja, es schneit. Wird also spannend die nächsten Tage. Unsere Porter und unser neuer Guide ist auch noch nicht eingetroffen…

Tag 9

Kleiner Nachtrag zu gestern Abend:

Unsere Träger inkl. Guide sind noch angekommen. Sogleich wurde sich zusammen gesetzt und die weitere Vorgehensweise besprochen. Auch wurde nach den Problemen mit dem alten Guide gefragt. Der neue Guide mit Namen G.D. macht einen guten Eindruck, kann Englisch und scheint auch locker zu sein.

Gestartet wird um 7.30 Uhr, da wir eine anstrengende Strecke vor uns haben mit vielen Höhenmetern, die zu ersteigen sind.

Die neuen Trägern kommen noch nicht so zurecht mit unserem Gepäck und brauchen erst mal eine Zeit um alles fachmännisch zu verschnüren. Der Guide schaut zuversichtlich in die Zukunft und veranlasst unseren Abmarsch.

Uns trägt es bei schönster Sonne raus aus Manang über einen ordentlichen Anstieg, vorbei an einem Torbogen mit der Beschriftung „Destination Manang 2004″. War wohl mal eine landesweite Kampagne für den Tourismus, man weiß es nicht.

Unser Guide ist begeistert, dass wir gestern schon auf 4600m waren und erklärt uns noch mal die Sache mit der Höhenkrankheit. Auf jeden Fall ist er froh, dass wir vorbereitet sind auf die Pass-Überquerung. Wir auch, oben bleiben wollen wir nicht.

Wir gehen 200m höher als im „Reiseführer“ beschrieben, so dass wir noch näher an der Passhöhe ist. Klingt einleuchtend. Angekommen machen wir uns auch gleich auf, noch 100m höher zu gehen, ohne Rucksack dafür mit Daunenjacke. Es hat sich zugezogen auf 4200m, die Sonne ist weg und es beginnt wieder zu schneien. Wir stiefeln tapfer den Berg hoch um ein paar Meter gut zu machen, bremsen uns aber nach einer halben Stunde, da der Schnee stärker wird und wir heil wieder runter kommen möchten.

Beim Abendessen wird der Schnee immer stärker, dazu Wind. Wir könne beobachten wie der Schnee Zentimeter für Zentimeter wächst. Etwas mulmig ist uns schon in Bezug auf Morgen und dem Aufstieg zum High Camp. Die Pferde und Yaks stehen vor unserer Lodge und wollen auch ins Warme. Irgendwann kommt jemand und sie dürfen in ihre Ställe.

Unser Zimmer ist zwar nicht besonders klein, dafür aber besonders kalt. Auf 4200m ist eben jeder Bretterverschlag nutzlos ohne Isolierung. Wir haben netterweise eine Decke bekommen, lassen viele Klamotten einfach an und kuscheln uns in die Schlafsäcke. Wehe der Arm steckt nicht im Sack drin, er würde abfrieren. Naja nicht ganz so schlimm, aber das Wasser auf dem Klo ist auch schon gefroren, ein eindeutiges Zeichen, dass es wirklich kalt ist.

Tag 10

Junge Junge, es ist echt verdammt kalt, sobald man aus dem Schlafsack kommt. Und natürlich ist es auch nicht im Speisesaal geheizt. Also noch mehr Klamotten anziehen und schnell den warmen Tee runtertrinken, damit man von innen aufwärmt.

Draußen haben wir eine nette Schneeschicht von 5cm und man muss höllisch aufpassen, dass man sich nicht lang macht, denn das wäre hier oben nicht so günstig.

Wir starten und werden nach einer kurzen Weile von einem nepalesischen Biker überholt, der ganz lässig mit bester Laune an uns vorbei zieht und freundlich grüßt. Zum Abschied fährt er noch mit dem Bauch auf den Sattel liegend den Berg runter. Später trägt er sei Bike auf dem Kopf den Berg hinauf, ebenfalls in bester Laune. Weit, weit hinten folgt ein zweiter Biker, der um sein Leben zu kämpfen scheint und wohl zum ersten Biker gehört. Im Schnee -unvorbereitet sicherlich- ist es auch keine lustige Sache wenn es ab und an mal 300 Meter runter geht.

Wir kommen in Thorung Pedi an und rasten eine Stunde. Es entwickelt sich eine kleine Diskussion, wo und wann wir essen sollen. Um 10:30 Uhr Mittag zu Essen ist zu früh und das High Camp ist nur eine Stunde weit weg. Wir pausieren also für ein Stündchen hier und machen uns dann auf den Weg nach oben, wo wir auch schlafen werden.

Der Aufstieg ist steil und wer morgen vom Thorung Pedi aus den Pass überqueren möchte, dem wünschen wir viel Glück. Durch den Schnee, der von der Sonne angetaut ist und über Nacht wieder friert, wird der erste Teil, den wir heute nun schon überwunden haben, zur Tortur.

Wir steuern noch den höchsten Punkt im High Camp an: 100 Meter über dem Camp befindet sich ein kleiner Berg mit einer tollen Aussicht auf die anderen Berge um uns herum. Dann schnell zu Mittag essen und uns stärken.

So Mancher läuft hier mit Flip-Flops auf 4600m Höhe rum, obwohl es minus 5 Grad kalt ist. Auch tummeln sich noch zwei Yaks im Camp herum, die immer für etwas Spaß sorgen. Bestimmt eine gelungene Überraschung, wenn man nachts auf das 10 Meter entfernte, ein paar Stufen abschüssig gelegene Klo will und dann vor der Tür ein fast zwei Meter großes Tier steht, welches einen nett begrüßt.

19.15 Uhr ist Schlafenszeit, da wir morgen um 3 wieder aufstehen und den Pass bezwingen wollen.

Tag 11

Also um 3 Uhr aufstehen und packen, 4 Uhr Frühstück.

Das Toast schmeckt nach Kerosin, mit dem auch gekocht wird. Der Speiseraum ist genau so kalt wie unser Schlafzimmer. Perfekte Bedingungen um zufrieden und fit um 4.30 Uhr auf 4800m zu starten.

Aber hilft alles nichts, Stirnlampe über die Mütze und dann ab an den Berg. Außer dem Grunzen der Yaks ist nichts zu hören. Zu sehen ist noch weniger – außer den Lichtkegeln unserer Stirnlampen. Der Wind bläst höllisch scharf und lässt einem die Augen tränen und die Nase laufen. Der Weg ist schmal und alles voller Schnee. Wir müssen aufpassen, ein falscher Schritt und wir rutschen runter. Die gesamte Situation ist unbefriedigend und nur der Gedanke an das Erreichen des höchsten Punktes unserer Reise lässt uns überhaupt Kräfte fassen dieses Projekt anzugehen und nicht weinend zurück in den Schlafsack zu kriechen.

Eine Stunde gehen wir im Licht der Lampen vor uns her, dem Guide folgend, fast wie in Trance, bis von jetzt auf gleich die Sonne angeknipst wird. Der Blick auf die Schneeberge im Sonnenaufgang ist wunderschön und entschädigt schon mal etwas. Es ist aber nicht mal 6 Uhr, aber wir fühlen uns schon so wie Brathendl, die zu lange im Grill hängen.

Schwer zu beschreiben, aber es ist verdammt kalt und verdammt heiß. Dazu müssen wir noch mehr als 500 Meter nach Oben gehen.

3 Stunden habe wir gebraucht für die 700 Meter nach Oben. 3 Stunden die sich bei uns einbrennen werden für die Ewigkeit. Die Kälte und die Höhe, die einem permanente Sauerstoff-Armut beschert, der Kopf der sich sehr ungesund anfühlt und die zeitweise auftretende Übelkeit, abgerundet mit dem zu Eis gefrorenen Schnee, hinterlassen Spuren.

Wie es sich wohl anfühlt auf einen 8000er zu steigen ohne Sauerstoff und mit 15kg auf dem Rücken, plus viel mehr Schnee, minus Sicherheit. Respektieren muss man diese Leistung auf jeden Fall, auch wenn man es persönlich nicht durchführen möchte.

Die Stimmung am Pass ist ausgelassen und das Wetter perfekt mit blausten Himmel und Sonne. Wir freuen uns ohne Ausfälle den Aufstieg geschafft zu haben, da ein Unfall in dieser Höhe bei schlechtem Wetter schnell unschön werden kann. Es gibt heiße Schokolade für alle, ja oben gibt es natürlich ein Teehaus.

Der Abstieg auf der anderen Seite ist lang und eisig. Der Schnee, getaut von der Sonne, friert am Mittag wieder und beschert uns eine Eispiste, mit der wir nun zu kämpfen haben. 5 Stunden geht es nur bergab und dieses ist genau wie bergauf kein Geschenk. Die Knie werden sehr belastet und schnell macht sich dies bemerkbar. Zum Glück haben wir unsere Stöcke, die uns viel Last von den Knien nehmen und in die Arme ableiten. Ohne die Stöcke wären wir ein weiteres Mal im Arsch gewesen.

In Muktinath angekommen bekommen wir ein Zimmer mit eigener Toilette und warmer Dusche! Unglaublicher Luxus, der uns alle total umhaut.

Muktinath ist ein wichtiger Pilgerort für Buddhisten und Hinduisten, die hier ein weiteres Mal das friedliche Zusammenleben der Religionen vorleben. Wir besuchen diese Tempelanlage und laufen die Stadt einmal hoch und runter, kehren dann aber wieder ein zum Essen. Wir beobachten den Schnee der draußen wieder lautlos runterkommt und genießen den Abend in der warmen Stube.

Tag 12

Heute ist ein Tag, den man gerne vergisst. Wir gehen von Muktinath nach Kagbeni und dann weiter nach Marpha. Teil 1 ist von Wind und Wolken bestimmt und Teil 2 von Regen.

Wir überwinden mehr als 1000 Meter auf dem Weg nach unten, die ganze Zeit mit Wind im Gesicht. Die Landschaft ist am Anfang langweilig, wird dann aber als es aufklart immer besser. Nach einiger Zeit können wir Kagbeni sehen, die grüne Oase. Die Landschaft um Kagbeni herum ähnelt einer Mondlandschaft, ohne Bäume oder Sträucher, nur Geröll und Berge im Hintergrund.

Langsam ziehen sich die Wolken richtig zu und lassen den Regen erahnen. Schnell geht es in eine Lodge und es wird um 11 Uhr schon gegessen. Kann man machen und schmeckt auch gut.

Teil 2 des Tages beginnt mit Regen nach dem Essen. Schnell wird es aus dem Regen Schnee. Lange Gesichter bei den Trekkern. Wir beschließen etwas zu warten und dann ein gutes Fenster abzuwarten um los zu ziehen.

Es gelingt uns und so starten wir mit ganz wenig Regen, der schnell zu keinem Regen wird und durch starken Wind ersetzt wird. Danke, aber besser als Regen und Schnee.

Eigentlich laufen wir nur in einem Flussbett stundenlang vor uns her und passen auf nicht von den Jeeps überfahren werden. Aber wann steht man schon mal in einem Flussbett mit mehr als 200 Meter Breite für 10km? Genau, darum genießen wir es auch und trotten vor uns hin.

Marpha schiebt sich in unseren Blick und wir werden noch von ein paar Bikern überholt, die nach Luft ringen.

Marpha ist wirklich schön. Schön klein und besteht grob nur aus einer Straße, von der aus alles andere abgeht. Viele Tibeter haben sich hier niedergelassen und der Buddhismus ist an jeder Ecke zu spüren. Die erste Lodge wird von unserem Guide abgeleht und so landen wir in einer anderen. Diese bietet eigenen Klo und warme Dusche. Wir sagen sofort zu.

Später ziehen wir raus zum Tempel und wohnen einer Zeremonie der Mönche bei. Uns wird Buttertee mit Reiscrispies angeboten und Tsampa, eine tibetische Nudelsuppe.

Heißen Apfelkuchen mit Vanille Pudding gibt es in einer Lodge als Nachtisch und wir freuen uns an unserem Leben.

Abends in der Lodge bekommen wir einen heißen Eimer mit Kohle unter den Tisch geschoben zum Aufheizen. Sehr angenehm wenn es sonst keine Heizung gibt. Dann ab ins Zimmer, duschen, Lichter aus.

Ach ja, natürlich ist seit 15 Uhr der Strom weg, also immer Stirnlampe einpacken für den Fall der Fälle.

Tag 13

Tatopani ist unser heutiges Ziel, und damit liegt heute die erste Strecke der Annapurna Umrundung vor uns, die wir aus Zeitgründen etwas schummeln müssen. 5 Stunden Fahrt mit dem Jeep erwarten uns. Dachten wir jedenfalls. Unser Guide kaufte uns aber einfach Karten für den Bus und erklärte uns der Jeep kommt nicht, wir müssen für den Preis des Jeeps den Bus nehmen. Aha, so läuft das hier also. Der erste Guide war unmotiviert und nicht sehr helle, der zweite möchte betrügen und will auf eigene Tasche wirtschaften. Er möchte uns nämlich die Tickets für die Träger und sich zählen lassen, in der Hoffnung es fällt uns nicht auf. Wir erklären ihm, dass wir nichts zahlen werden und ebenfalls warum. Er wirkt irritiert über uns, die sich natürlich über die Busfahrten, die Preise der Jeeps usw. informiert haben. Schon dämlich sowas als Guide zu probieren, sein Tip ist natürlich damit weg und auf den Kosten für den Bus wird er auch sitzenbleiben. Dummer Junge.

Die Fahrt mit dem Bus ist leicht lebensgefährlich. Wenn man aber die Augen zu macht und vergisst, dass man eingequetscht ist, wie in einer Sardinendose und wenn ein Unfall eintritt, man auf jeden Fall tot ist- ja dann ist es gar nicht mehr so schlimm und man erträgt die Stunden der Angst ganz locker. Höchstens mal unterbrochen von einem Reiz zu Kotzen wegen der Fahrweise.

Am Zielort checkten wir in der Unterkunft ein. Ein wirklich schöner Bungalow mit Bad und Dusche. Der Ort kaum 300m lang, kein Internet, die meiste Zeit keine Strom- dafür aber echt heiße Quellen. Mit dem Flusswasser wird es dann auf angenehme 40 Grad temperiert. Wir ziehen es aber vor, uns keine Infektionen zu holen, da die Becken nicht so schön aussehen und jeder in die Becken reinspringt ohne Duschen. Egal, ist eh 25 Grad draußen und so ziehen wir halt gefühlte 10 Mal durch Dorf, Essen hier und dort Kuchen und freuen uns über die warmen Temperaturen und die ausgeprägte Tier und Pflanzenwelt. Eigentlich machen wir heute gar nichts mehr, außer lesen und essen und lesen und essen. Ein guter Tag, wenn man die Busfahrt einfach aus seinem Hirn streicht.

Tag 14

Shikha ist das Ziel für heute. Ein ganz lockerer Marsch, 4 Stunden.

Der Guide ist angesäuert, dass wir seine Tricks durchschaut haben und läuft 20 Meter vor uns her, ohne ab und an mal was zu sagen. Wir haben ihn wohl tief getroffen, als wir ihn erwischt haben, kommt er nicht drauf klar.

An der höchsten Stelle des Tages legt er sein Zeug ab und geht ca. 15 Meter um die Ecke und spricht mit anderen Nepalesen. Nach 10 Minuten geht Benjamin hin und fragt was los wäre. Pause? Warten wir auf die Träger? Wir warten also auf die Träger. Er kommt nach weiteren 10 Minuten rüber und fragt warum Benjamin immer alles so wissen wollen würde und warum er sich nicht mal etwas gedulden könne. Benjamin erklärt ihm, was er schon 10 Mal erklärt hat, dass er gerne informiert wäre über alle Schritte, die der Guide vornimmt, so dass er nicht immer wie ein Esel fragen muss. Der Guide versteht die Welt nicht mehr. Da liegt wohl unter anderem das Problem in Nepal, Business können die einfach nicht und sie verstehen auch gar nicht die Probleme ihrer Kunden. Mehr oder weniger geht es so weiter durch schöne grüne Landschaften bei 20 Grad und wärmer. Mittlerweile übt man sich in Resignation und betrachtet eben Land und Leute und erfreute sich darüber.

Schlafen werden wir wieder mit Dusche und Bad im Zimmer und ohne zu frieren. Wenn man erst mal ein paar Tage gefroren hat, schätzt man ein warmes Zimmer erst so richtig und so freuen wir uns sehr, dass alles so schön warm ist.

Das Dorf, wirklich sehr ursprünglich, lädt ein zum verweilen, die Landschaft zu betrachten und einen Tee zu trinken und rum zu lungern.

Wir schlafen ausgezeichnet und wachen mit einer tollen Aussicht aus dem Fenster auf.

Blauer Himmel, beste Sicht. So kann es weiter gehen.

Tag 15

In Ghorepani ist unsere letzte Nacht, die wir in einer Lodge verbringen werden, entsprechend groß ist auch unser Antrieb, schnell dort hoch zu kommen.

Es erwartet uns aber auch noch ein Höhepunkt am Ziel, der Poon Hill. Eine Erhöhung, von dem man einen spektakulären Blick auf das Annapurna-Massiv haben soll.

Die Strecke schlängelt sich durch den Wald, der wie ein Dschungel wirkt, ab und an aber auch an den Schwarzwald erinnert, die Berge hoch. Das Ziel können wir schon kurz nach dem Start sehen. Das bringt uns aber nichts, da es sich auf der anderen Seite des Tals befindet und der Weg dahin an den Bergen vorbei führt.

Wir verzichten auf die Pausen und ziehen durch. Unser Guide, nach wie vor angesäuert, läuft als beleidigte Leberwurst weit vor uns und ist sprachlos.

Die Aussicht ist noch mal sehr schön, da es am Morgen noch klar ist und wir können noch mal den Ausblick auf die Berge genießen.

Die letzten Meter geht es über Steinstufen zum Ziel hoch. Unser Guide macht sich nicht mehr die Mühe und sagt zu uns, dass wir selbst schauen sollen welche Unterkunft wir gerne hätten. Also schlafen wir in einem Zimmer mit Bergblick und erfreuen uns angekommen zu sein.

Der Ort ist komplett kommerziell und hier sind sie nun die Touris anwesend, die für drei Tage den Poon-Hill-Trek machen. Oma Frieda und Opa Hannes, die Amis mit fünf unter 10-jährigen Kindern, die Franzosen mit knallroter Birne, die sich die Rotweinflasche ins Hirn schießen, die großen Veranstalter aus Europa und die Japaner, die so zerbrechlich wie Porzellan wirken. Wir sehen Leute mit Krücken und welche die humpeln, Chinesen, die wie Brechstangen wirken und sich auch so verhalten und Russen die sich in ihrer eigenen Welt zu bewegen zu scheinen. Deutsche sehen wir nur wenige, oder diese halten sich zurück um nicht auf zu fallen. Theoretisch müsste jeder fünfte Deutsch sein, aber hier finden wir so gut wie keine. Auch auf der Tour haben wir so gut wie nie deutsch gehört, obwohl die Deutschen von den Annapurna-Trekkern an dritter Stelle stehen. Nach den geliebten Franzosen und den Israelis. Schon merkwürdig, ganz als ob diese sich ganz bewusst nicht identifizieren lassen wollen.

Uns steht nun noch das Gespräch mit unserer Agentur bevor, die uns unseren Trip vermittelt hat inklusive den zwei super Guides und den Trägern. Der Leiter der Agentur befindet sich nämlich -wie es der Zufall so will- mit einer Rentner Reisegruppe Amis auch in unserer Lodge in Ghorepani.

Um es kurz zu machen, hier nur die Erklärungen von Bishnu, dem Manager der Agentur zu unseren Problemen:

Der Guide hat sein Englisch vergessen, weil wir ihn mit unseren Fragen eingeschüchtert haben. Wenn wir ihn gefragt haben, ob man hier gut essen kann, ob wir nicht das andere Lokal in der Sonne nehmen können, oder wie lange es noch bis zum Mittagessen ist.

Der Guide war nicht zufrieden mit uns, weil wir uns nach den Namen der Berge, nach den Dörfern und den Menschen, die dort leben erkundigt haben. Das war alles zu viel für ihn und ist er nicht gewohnt. Das könnten wir auch nicht von einem nepalesischen Guide erwarten. Ist halt Nepal und nicht Deutschland. Wir schlagen vor, dass Bishnu in Zukunft seine Treks nur noch an Nepalesen oder Amis verkauft.

Warum der Guide die schlechten Unterkünfte ausgewählt hat, kann man sich auch nicht erklären. Aber es waren ja schließlich nicht alle schlecht…

Der zweite Guide ist angepisst weil wir seinen Betrug mit den Tickets auffliegen gelassen haben. Und nein, Betrug ist das nicht sondern nur der Versuch etwas Geld zu machen und dieses wäre ja kein Problem wenn man so was mal versucht.

Bisnuh konnte alles also überhaupt nicht verstehen und schaltete sofort auf stur. Er erzähle was von nicht aufregen und jedes Problem kann gelöst werden, wenn man darüber ganz RUHIG spricht. Nach einer Stunde war natürlich nichts geregelt und wir trennten uns ohne Ergebnis.

Mit dem Gefühl, dass die Nepalesen nicht sehr groß im Probleme lösen sind und sich nur nicht aufregen wollen ziehen wir zum Apfelkuchen-Frust-Essen weiter.
Egal, die Natur war überwältigend und uns hat es echt Spaß gemacht, aber ob wir wiederkommen wollen? Und wenn ohne nepalesischen Guide.

Tag 16

Heute ging es 5 Uhr morgens los auf den Poon-Hill. Wie so viele andere hunderte von Touristen auch, gingen wir im Gänsemarsch den Berg hinauf. Die Aussicht oben war schön, aber nicht zu vergleichen mit dem was wir schon gesehen hatten.

Dann hieß es 8 Stunden den Berg runter gehen, Stufe um Stufe, um zur Straße zu kommen wo ein Jeep auf uns wartet und uns nach Pokhara fährt.

Außer etwas Regen und Staubstürmen verlief alles problemlos. Selbst der Jeep war schnell dar und dann konnten wir uns endlich wieder richtig duschen, im Internet surfen und konnten den Zimmerservice anrufen um uns Biere bringen zu lassen um auf uns anzustoßen.

Den Trägern gaben wir heimlich Geld extra, dem Guide nicht. Warum hat er die Nummer mit dem abzocken bloß versucht? Wir kurzsichtig von ihm so was zu versuchen. Aber da liegt wohl dass Problem, oft wird hier nur von jetzt auf gleich gedacht und das war es dann.

Nur Gutes ist auf jeden Fall von den Trägern zu berichten. Diese haben ihren Job immer perfekt ausgeführt und waren immer sehr freundlich und hilfsbereit, vielen Dank!

So endet also unser Ausflug in die Natur von Nepal und wir können die Annapurna-Umrundung nur empfehlen, wenn man Interesse an Trekking und Natur hat. Ein unvergessliches Erlebnis!

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