Agonda Beach

Agonda Beach

Agonda Beach

Erstes Mal Zug gefahren in Indien und positiv überrascht worden!

Die indische Bahn hat eine App für´s Smartphone. Mit dieser kann man alles tracken, was einem Lieb ist und es funktioniert gut. Unser Zug kam pünktlich auf die Minute und hatte genau 2 Minuten Aufenthalt. In der Zeit stiegen alle Leute aus und die Anderen und wir neu ein. Abfahrt.

Unser Abteil war schnell gefunden und wir nahmen unsere Plätze ein. Da wir unsere Rucksäcke nicht ohne Aufsicht lassen wollten nahmen wir diese mit ins Bett, was den Platz nicht unerheblich reduzierte.

Unser Abteil war zunächst fast leer. Es war nur noch ein weiterer Herr anwesend, Inder und Doktor der Medizin, mit dem man sich wunderbar austauschen konnte. Wirklich ein feiner Kerl! Er gab uns Tipps, wo wir noch hin sollten und am Ende schrieb er uns sein Rufnummer und Email auf, wenn wir krank werden oder etwas wissen wollen. Er kennt überall Leute bei denen wir wohnen könnten und überhaupt Indien ist immer eine Reise wert.
Eine Station später stieg er dann leider schon aus und so waren wir wieder erst mal wieder alleine.

Gebucht haben wir 3AC, dritte Klasse mit Klimaanlage. Perfekt! In einem Abteil waren insgesamt 8 Liegen, auf dem Gang waren 2 übereinander und sonst jeweils 3 links und rechts. Die obersten Liegen sind die Besten, denn da hat man seine Ruhe. Gerade tagsüber wird die untere Liege als gemeinsame Sitzfläche für alle benutzt, und auf der mittleren kann man eh nicht sitzen, nur liegen.
Unser Zugabteil war tipp-top sauber, frische Bettwäsche lag für bereit und Frühstück (die große Frage, die bereits am Abend schon geklärt wurde: Veg or Non-Veg?) mit Tee gab es am nächsten Morgen auch. Dazu gab es in jedem Abteil 3 Steckdosen zum Laden der Handys oder sonst was. Die Toiletten waren rutschig, aber schon schlimmeres in Jugendherbergen gesehen.
Die Fahrt war total ruhig, das leise Rattern des Zuges wirkte absolut beruhigend und einschläfernd. Die Zugestiegenen bemühten sich alle leise zu sein, um niemanden zu wecken. So stand dem Schlaf nichts mehr im Wege. Bis auf das kleine Problem, dass Benjamin sich seine neuen Ohr-Stöpsel so tief in die Ohren steckte, dass er nicht mehr mit den Fingern drangekommen ist. Mit Hilfe einer mitgeführten Zange (Danke Leatherman) konnten diese aber sicher entfernt werden. Ach Ja, wir fuhren „Inder“ 3. Klasse mit Klima.

In Madgaon Junction angekommen, ausgestiegen und die TukTuk Fahrer abgeschüttelt nur um 2 km durch die Stadt zu gehen, bei 35 Grad. Da sollte es doch eine Busverbindung nach Agonda geben oder nicht? Auf der Suche nach dem Bus nach Agonda mussten wir feststellen, dass es keine direkte Verbindung gibt. Dann doch lieber ein TukTuk für 700 Rupien für die 26 km Strecke geordert.

Man sagt ja auf dem Meer und vor dem Gericht ist man in Gottes Hand. Beim TukTuk-Fahren sieht es ganz ähnlich aus, ist aber nicht ganz so wild wie vor Gericht. Wir sind jedenfalls gut angekommen und haben eine Hütte am Strand für 10€ bekommen mit eigenem Bad und Moskitonetz plus Strom. Wir sind sehr zufrieden mit dem Duck´n´Chill und haben gleich das Mittagessen getestet, welches vorzüglich ist und wir gerne weiter empfehlen.

Der Strand in Agonda ist mindestens 1 Stunde laufen lang und glänzt, neben tollen Wellen und goldenem Sand, damit, dass keiner da ist. Gefühlte 100 Personen tummeln sich auf dem ganzen Strand. Hier ist keiner eingeengt und wahrscheinlich gibt es mehr Kühe am Strand als Menschen. Zeitweise sind mehr Inder im Strand als Touristen, was uns sehr sympathisch ist.

Inder am Strand sind echt lustig. Die meisten können nicht wirklich schwimmen und legen sich deshalb gerne einfach ins Wasser am Strand- voll bekleidet versteht sich natürlich.

Das Wasser hat wirklich Badewannen-Temperatur, erfrischt aber trotzdem und der Grund fällt gemäßigt ab.

Hier in Agonda haben wir mehr ein Strand für Paare, Eltern mit Kinder und Ältere. Die Party geht ganz klar woanders und wer auf der Suche ist, der geht lieber in den Norden von Goa und findet alles was man sich wünscht.

Wir werden doch ein paar Tage länger bleiben, als eigentlich geplant. 33 Grad, den ganzen Tag Sonne und Platz ohne Ende – da wird man schnell schwach.

Nun sind wir schon den 3. Tag hier und wir bleiben noch 2 weitere. Es ist schon extrem entspannend und auch gut sehr gut ohne bewusstseinserweiternde Drogen auszuhalten. Selbst am gestrigen Tag, dem Happy-Holi-Day, waren wir zu faul uns auf zu machen um eine Party zu besuchen.

Holi ist das Farbenfest und neben dem Diwali- Fest einer der wichtigsten Feste im indischen Kalender. Hiermit wird der Frühling gefeiert und an diesem Tag soll es wohl keine sozialen Schranken und somit kein Kastendenken geben. Eigentlich wollten wir gerne Holi mitfeiern. Da wir aber hier in Agonda Strandidylle pur haben, änderten sich ganz schnell unsere Pläne. So abgehangen wie hier haben wir schon lange nicht mehr. Die Gedanken werden ganz leicht und man vergisst alles, was früher war. Solange man hier im Schatten liegt bei über 30 Grad und nichts tut. Ab und an wird einem ein Bier, ein Lassi oder ein Old Monk gereicht. Die Kommunikation beschränkt sich auf ein Minimum und die körperlichen Aktivitäten erst recht.

Das Rauschen der Wellen verbindet sich mit den indischen Klängen aus den Lautsprechern hinter uns zu einem sehr angenehmen Mix. Wenn man nicht aufpasst schläft man nach ein paar Minuten ein und wacht erst Stunden später auf. Ab und an ziehen ein paar Hippies an uns vorbei, die aber erst Mitte dreißig sind und damit nicht wirklich von damals stammen können. Auch Jesus haben wir schon gesehen, wenn man vom Optischen aus geht. Er schleppte auch eine Frau Anfang vierzig mit, die wunderbar ins Klischee Goa passt, mit verschimmelten Haaren und den ganzen Tag am Diabolo spielen.

Dann haben wir noch die Frau aus Österreich, die ganz bestimmt zu viele Drogen genommen hat und einen großen Teil des Tages damit verbringt ihren Mittelfinger in verschiedene Richtungen zu strecken und dabei immer schreit: „Fuck You, I don’t like that“ gefolgt von „White Power“. Die Inder ignorieren die gute Frau aber komplett, was diese wiederum etwas irritiert. Da wünscht man sich doch fast etwas arabischen Verhältnisse um die Dame zu „beruhigen“. Aber gut eigentlich stört es keinen und man hat sie schon gut ins Bild von Agonda eingebaut.

Unsere Unterkunft ist nach wie vor sehr angenehm, inklusive dem Personal und der wirklich sehr netten deutschen Managerin Tanja. Vor ein paar Jahren ist sie während eines Urlaubes in Agonda krank geworden, wurde von den Indern hier gesund gepflegt und unterstützt sie jetzt hier. Der Koch, ein Nepalese, bereitet die Speisen vorzüglich zu, ist aber bezüglich der Schärfe des Essens schon total verweichlicht. Wir müssen immer extra scharf anfordern oder eben nach einer Schüssel Chili fragen. Macht aber nichts, lieber so als anders. Der Rum aus Indien, der weltweit drittmeist verkaufte, mit dem Namen Old Monk, schmeckt wesentlich besser als er riecht. Würde er schmecken wie er riecht, könnte man gleich Batteriesäure trinken, oder fast. Der Geschmack ist sehr schokoladig und insgesamt weich. Bacardi ist dagegen ein Brecheisen im Geschmack.

Abends gehen wir ab und an mal durch die eine Straße von Agonda, die es gibt und schauen uns die Läden an. Ein Sarong (Tuch) für unglaubliche 170 Rupien wurde gekauft und eine Rasur vom Meister mit Gesichtsmassage für 250 Rupien wurde in Anspruch genommen. Sonst hielten wir uns zurück. Wohin auch mit dem ganzen Zeug? Die Reise ist erst eine Woche alt und die Rucksäcke eh voll.

Eben war der IT-Beauftragte von Agonda da und wollte das ausgefallene WLAN reparieren. Das ganze Vorhaben scheiterte aber amateurhaft. Wir wurden gebeten unseren Laptop zur Verfügung zu stellen, da es wohl mit seinem nicht funktionierte. Einmal dabei stellten wir gleich den ganzen Router richtig ein, verschlüsselten das WLAN und setzten ein neues Passwort auf den Admin Zugang, welcher zuvor das Passwort „password“ hatte. Junge, Junge- wenn das die IT vom Dienst war, dann gute Nacht!

Da das WLAN nun wieder in Funktion war, konnten wir auch unsere Zugfahrt buchen nach Agra. Lächerliche 35 Stunden brauchen wir für die 1500km und wir wissen nicht mal, ob wir mitfahren dürfen, da wir nur auf der Warteliste stehen. Aber oft buchen Reisebüros viele Tickets im Voraus, um diese dann bei Nicht-Nutzung einfach wieder zurück zu geben. Wir glauben ganz fest an unser Glück. Glaube kann hier in Indien ja bekanntlich Berge versetzen und einem helfen, heil über die Straße zukommen.

Mit Frankie, dem Lieblings-Taxidriver vom Duck´n´Chill, ging es am nächsten Tag etwas weiter in den Süden, nach Galgibaba-Beach.
Außer ein paar kleinen Strandhütten erwartete uns ein 1,7 km langer einsamer Strand. Der Strand gehört, wie Agonda Beach auch, zur Schildkröten-Naturschutz-Area. Ab und an sieht man eine eingezäunte Stelle, in der sich eingebuddelte Schildkröteneier befinden sollen. Man munkelt die Legeplätze hätte der Wächter der Eier selber eingezäunt, um seinen Arbeitsplatz zu sichern. Aber das ist eine andere Geschichte.

Nach kurzer Erkundung der Gegend, fand man sich auf ein Bier und ein Wasser in einer Strandhütte mit ein paar netten Russen wieder, mit denen man aber keine Kommunikation aufbauen konnte. Von außen betrachtet waren es aber nette Jungs und Mädels, die einfach nur ganz entspannt ihr Bier und ihr Essen zu sich nahmen.

Danach führte der Weg ins Wasser, da man bei 35 Grad schnell das Verlangen nach einer Abkühlung entwickelt.
Das Meer war etwas aufgewühlt und es gab tolle Wellen. Es machte richtig Spaß und forderte einiges an Kräften. In Sichtweite war kein Mensch mehr zu sehen. Zum Glück hatten die Jungs von der Lebensrettung immer ein Auge auf uns und so konnte nichts schief gehen.

Schwimmen macht ja bekanntlich hungrig und wir sind da keine Ausnahme. Unseren ersten Fisch haben wir hier gegessen: Red- Snapper und Rock-Fish, einmal gegrillt und einmal in der Pfanne gebraten- beides vorzüglich.

Spazieren gehen, Sonnen, Lesen, Schlafen. Gegen Abend fährt uns Frankie sicher nach Hause.

Wieder einmal checken wir unseren Status bei Cleartrip. Wartelistenplätze 22+23. Noch 18 Stunden. Seit der Buchung vor 2 Tagen sind wir unglaubliche 6 Plätze nach vorne gerückt. Wir werden morgen auf jeden Fall am Bahnhof sein und auf ein indisches Wunder hoffen.
Aber nun erst mal der letzten Abend in Goa ausklingen lassen und das fantastische Essen am Strand genießen. Ein Hoch auf die Küche Goas!

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